Gutes Tun
Kinderhilfswerk PLAN
PLAN in China
Plan in China
In den letzten Jahren fand in China nach der Öffnung zum Westen ein starker wirtschaftlicher Aufschwung statt. Davon profitiert allerdings nur die Bevölkerung in und um die Grossstädte im Osten des Landes (z.B. Shanghai). Der ländliche und zumeist karge Westen bleibt weiterhin stark unterentwickelt. Die Kluft zwischen besser und schlechter Verdienenden, zwischen Osten und Westen des Landes wächst beständig.
Rund 70 Millionen Menschen leben in China aufgrund unzulänglicher Infrastruktur, Isolation und fehlender natürlicher Ressourcen unter der Armutsgrenze. In den Plan-Programmgebieten Chinas verdient eine Familie im Durchschnitt 460 Yuan im Jahr. Das sind ca. 65 Franken.
Hygiene und Gesundheit
Vor allem in den ländlichen Gebieten wohnen die Familien in schlecht gebauten und kaum isolierten Häusern. Die unhygienischen Bedingungen gefährden ihre Gesundheit.
Da es im Winter sehr kalt werden kann, erkranken viele Kinder wegen mangelnder Heizungsmöglichkeiten in Wohnhäusern und Schulen. Grippe, Bronchitis, Lungenentzündung und Tuberkulose gehören zu den häufigsten Krankheiten, an denen sie leiden.
Kleinkinder unter 3 Jahren sind vielfach mangelernährt, da es an vitaminreicher und ausgewogener Nahrung fehlt, vor allem im Winter. Durch ihr geschwächtes Immunsystem sind die Kinder anfällig für Infektionskrankheiten. Lungenentzündungen bspw. können deshalb tödlich verlaufen. Gesundheitsstationen und Krankenhäuser gint es nur sehr wenige, und diese sind nur mangehalft ausgestattet.
Wasser ist Leben
In den unterentwickelten Regionen Chinas gibt es auch kaum Trinkwasser, manchmal reicht es nicht mal zum Waschen. In den Bergen von Shaanxi zum Beispiel werden 80% der Einwohner in ihrem ganzen Leben nie ein Bad nehmen können. Das Problem ist die Bodenbeschaffenheit: Das Regenwasser versickert sofort in unerreichbare Tiefen. Die nächste Wasserquelle liegt für die meisten Familien sehr weit vom Wohnhaus entfernt. Frauen und Kinder müssen stundenlang laufen, um es zu holen, oder sie sammeln Regenwasser in handgegrabenen Wasserlöchern, die schnell verdrecken. Oft ist jedoch das Grundwasser von Pestiziden und Düngemitteln durch jahrelange Überdüngung der Felder verseucht.
Bildung
„Ob wir die Schule besuchen können, hängt davon ab, wieviel Getreide unsere Eltern ernten und auf dem Markt verkaufen können. Wenn die Ernte schlecht ausgefallen ist, reicht manchmal das Geld nicht einmal aus, um Brot zu kaufen", sagt Li Mei Ling aus dem Dorf Sao Gou. In China besteht zwar Schulpflicht, doch gehen viele Kinder wegen der hohen Schulgebühren gar nicht erst in die Schule. Gerade in ländlichen Gebieten und vor allem bei Frauen ist die Analphabetenrate sehr hoch: rund 80% der Frauen können werde lesen noch schreiben.
Unabhängige Hilfsarbeit
Plan arbeitet nur in Ländern, deren Regierungen sich vertraglich verpflichten, Plan und den Gemeinden die Projekthoheit zu überlassen. Ausserdem muss Plan eigene Konten führen können, auf die ein direkter Geldtransfer gewährleistet ist.
In China arbeitet Plan in enger Zusammenarbeit mit einheimischen Partnerorganisationen und Gemeinde-Kooperativen.
Das Gesicht der Armut in China
Armut hat viele Gesichter. Die Armut ist vor allem in ländlichen Gebieten Chinas sehr gross, die vom wirtschaftlichen Aufschwung nicht profitieren. Die zunehmenden ökologischen Schäden vernichten die Lebensgrundlage vieler Familien, die in noch tiefere Armut geraten. Leidtragende sind immer die Kinder.
Mit Spenden werden Programme umgesetzt, die die Lebensumstände der Familien verbessern. Im Rahmen von Bildungs-, Gesundheits-, Umwelt- und Einkommensprojekten lernen die Familien, ihre Situation dauerhaft zu verbessern. Dabei steht das Interesse und die Rechte der Kinder im Mittelpunkt.
Eines der Projekte: Bio-Gas-Systeme
An einer Gemeindeversammlung in Chunhua, einem ländlichen Gebiet in China kam die Sprache auf die grosse Menge an Feuerholz, welches die traditionellen Öfen in China für das Kochen und Heizen verbrauchen. Auch die ungenügenden sanitären Anlagen wurden bemängelt. Der lokale Plan-Vertreter beschrieb der Gemeinde darauf das Bio-Gas-System.
Die Gemeinde entschloss sich, in ihrem Dorf ein solches System aufzubauen. Jede Familie baute eine Latrine, welche den Abfall der Tiere und der Familie in unterirdische Rohre führt. Dort werden Abfall und Fäkalien gesammelt und so Bio-Gas produziert.
Eine Durchschnittsfamilie und zwei Nutztiere produzieren genügend Biogas zum Kochen der täglichen Mahlzeiten und 4 Stunden Licht jeden Tag. Mit diesem kostengünstigen Projekt konnten einerseits die hygienischen Bedingungen verbessert werden. Gleichzeitig erhielt die Gemeinde ein einfaches umweltfreundlichen Energieversorgungssystem.